About
Die Geschichte der Informatik wird oft als Geschichte männlicher Genies erzählt – Turing, Jobs, Berners-Lee. Doch diese Narrative blenden eine zentrale Wahrheit aus: Frauen waren von Beginn an treibende Kräfte der digitalen Entwicklung. Sie prägten die Grundlagen der Computertechnik ebenso wie deren visuelle und ästhetischen Vermittlung. Wie kommt es, dass Frauen einst im Mittelpunkt der technologischen Entwicklung immer mehr von der Bildfläche verschwanden? Wie würde der digitale Kosmos aussehen, wenn Frauen weiterhin mitspracherecht gehabt hätten, in welche Richtung sich die Technologien entwickelten? Override meint den Prozess des Intervenierens in den automatisierten Prozess des Kanons über die IT-Branche, im allgemeinen Konsens ist diese männlich geprägt. Dieses Projekt zeigt, wie kreative Neugier und gestalterische Praxis dazu genutzt wird, um die Grenzen von Programmen und Systemen zu hinterfragen. Aus Gründen der Lesbarkeit verwende ich den Zusatz -innen, wenn Personen aller Geschlechter gemeint sind. Der Stern bei Frauen soll verdeutlichen, dass auch Personen einbezogen sind, die sich als Frauen verstehen – unabhängig vom biologischen Geschlecht.
Ich möchte all jenen Frauen danken, die den Weg der Informatik und der Computertechnologie geprägt haben – mutig, neugierig, kreativ und unerschrocken. Ihre Ideen und ihr Einsatz sind oft im Verborgenen geblieben und haben dennoch die Welt verändert. Danke an die Frauen, die Fragen stellen. An die Frauen, die Neues denken. An die Frauen, die programmierten, rechneten, konstruierten, forschten – und damit eine Zukunft schufen, die ihnen selbst oft verwehrt blieb. Dieses Projekt ist ihnen gewidmet: Den Wegbereiter:innen, den Unsichtbaren.
Dieses Projekt ist im Rahmen der Abschluss-Arbeit Manual Override – Frauen zwischen Code und Autor:innenschaft im Sommersemester 2025 an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg im Studiengang Kommunikationsdesign, betreut durch Prof. Heike Grebin und Simon Thiefes.